Der Schwarze Phantomsalmler

Der Schwarze Phantomsalmler im Aquarium

Altbewährtes Schmuckstück:

Dieser hübsche und interessante Zierfisch aus der Ordnung der Salmlerartigen erfreut sich seit den Fünfziger Jahren in den Aquarien der Republik völlig zu Recht großer Beliebtheit, ist er Doch eine optische Bereicherung für jedes Biotop.

Heimatgefühle:

Wie die meisten Exemplare der in der Aquaristik anzutreffenden Salmler stammt Hyphessobrycon megalopterus – alternativ hört er aber auch auf den Namen Megalamphodus rodoaguae – aus Südamerika. Dort trifft man ihn im Schutz von üppig bepflanzten Bereichen in den sauren, mineralarmen Gewässern Brasiliens und Boliviens.




Um für geograpisch Bewanderte exakt zu bleiben: Er lebt dort im Einzugsgebiet des Río Paraguay und des Rio Guaporé. Interessante Extra-Informationen findest Du diesbezüglich übrigens in unserer Kategorie Flüsse.

Gleichberechtigung sieht anders aus:

Der schwarze Phantomsalmler (neben ihm gibt es übrigens noch den Roten Phantomsalmler und den Gelben Phantomsalmler) weist im Gegensatz zu vielen anderen Salmlerartigen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus auf.
Das bedeutet, männliche und weibliche Individuen sind optisch deutlich voneinander zu unterscheiden. 

Erfreulicherweise dürfen sich bei diesem Tierchen zur Abwechslung mal die Damen der Schöpfung in ein farbenfroheres Gewand kleiden als ihre männlichen Kollegen. Ihr Körper ist leicht rötlich mit intensiv-roten Flossen, die männlichen Tiere hingegen sind hell gräulich, in der Balz färbt sich der hintere Teil ihres Körpers schwarz. 

Beide Geschlechter tragen direkt hinter dem Kiemendeckel den namensgebenden Schulterfleck. Dieses schwarze Alleinstellungsmerkmal verläuft beidseits in vertikaler Richtung und ist an den Seite weiß eingerahmt. Ihr salmler-typisch seitlich stark abgeflachte Körper wird etwa 5 Zentimeter lang.

Der Schwarzer# Phantomsalmler im Schwarm

We are Family:

Der salmlertypischen Geselligkeit sollte man als verantwortungsbewusster Aquarianer unbedingt Rechnung tragen: Gruppen ab 10 Exemplaren tragen maßgeblich zum Wohlbefinden des Schwarzen Phantomsalmlers bei.

Gelegentlich findet man in der Literatur auch Angaben, dass eine paarweise Haltung ebenfalls legitim sei, dies ist jedoch inzwischen überholt und als nicht artgemäß anzusehen. 

Zur Vergesellschaftung eignen sich beispielsweise Panzerwelse und Zwergbuntbarsche sowie fast alle anderen Salmler. Eine Ausnahme in letzer Kategorie bildet zum Beispiel der Kupfersalmler. Dieser neigt – vor allen Dingen während der Laichzeit – dazu, Fische anderer Art mitunter heftig zu jagen. In solch ruppiger Gesellschaft neigt der Schwarze Phantomsalmler dazu, eher scheu und schreckhaft zu bleiben.

Natürlich muss bei der Besatzdichte für genügend Schwimmraum gesorgt sein, auch die Wasserqualität darf nicht unter zu üppiger Geselligkeit leiden.
Der Schwarze Phantomsalmler hält sich bevorzugt in den mittleren Wasserbereichen des Aquariums auf.

Schaukämpfe statt echter Aggression:

Die männlichen Schwarzen Phantomsalmler bilden kleine Reviere und verteidigen diese mit ritualisierten Kämpfen, bei denen jedoch der Gegner fast nie ernsthaft verletzt wird. Nur selten kommt es zu leichteren
Läsionen der Flossen, diese heilen aber in aller Regel problemlos wieder ab.

Für diesen Genesungsprozess muss selbstverständlich genügend Rückzugsmöglichkeit gegeben sein. Häufig zu beobachten ist zum Beispiel das so genannte seitliche Imponieren des männlichen Schwarzen  Phantomsalmlers:

Hierbei legt sich das männliche Tier mit aufgerichteten Flössen für einige Zeit schräg ins Wasser, diese Geste kann sowohl territoriales Verhalten wie auch Balzverhalten bedeuten, dienst also je nach Situation dem Imponieren sowohl weiblicher als auch männlicher Artgenossen.

Zusammenfassend handelt es sich beim Schwarzen Phantomsalmler also um einen friedliebenden Fisch, der problemlos mit nicht räuberisch lebenden anderen Fischen im Gesellschaftsbecken zu halten ist.

Munter wie ein Fisch im Wasser – Wissenswertes über die richtigen Wasserparameter:

Wie bereits erwähnt lebt der Schwarze Phantomsalmler in seiner südamerikanischen Heimat ausschließlich in sauren bis sehr sauren und mineralarmen Gewässern. Dennoch weist er in menschlicher Obhut abweichenden Parametern gegenüber eine bemerkenswerte Toleranz auf. So kann man ihn ohne Weiteres auch in Aquarien mit einem leicht alkalischen pH-Wert (bis 7,5) pflegen.

Ideal ist für ihn weiches Wasser, seine Schmerzgrenze liegt bei einer Gesamthärte von 18°, mit Nachwuchs ist in diesen Bereichen allerdings nicht mehr zu rechnen. Sein Temperatur Optimum beträgt 22°C bis 28°C, dieses sollte nach Möglichkeit weder über – noch unterschritten werden.

Die richtigen Rahmenbedingungen:

Um dem Schwarzen Phantomsalmler eine Unterkunft zu bieten, in der er sich so richtig wohl fühlt, sollte man unbedingt auf eine üppige Bepflanzung achten. Genügend Schwimmplatz muss natürlich dennoch gewährleistet sein, weshalb eine Aquariengröße von 60 Litern (dieser Brutto-Inhalt wird oft als ausreichend angegeben) in meinen Augen zu knapp bemessen ist, vor allem, wenn man plant, ihn mit weiteren Arten zusammen zu halten.

Die dunklen, dicht bewachsenen Gewässer seiner Heimat kann man ihm durch ein ausreichendes Angebot an Schwimmpflanzen imitieren. Hierfür bestens geeignet ist zum Beispiel der Schwimmende Hornfarn (Ceratopteris pteridioides), eine sehr schnellwüchsige und überaus robuste Wasserpflanze, die in fast allen tropischen Gewässern dieser Erde beheimatet ist. Darüber hinaus ist diese Pflanze ein sehr guter Nitrat-Verwerter, ihre Anwesenheit kann also helfen, überschüssigem Algenwachstum entgegen zu wirken.

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Kein Gourmet unter den Flossenträgern:

Der Schwarze Phantomsalmler gibt sich auch in Sachen Ernährung überaus pflegeleicht. Egal, ob Lebendfutter, Frostfutter oder auch Flockenfutter – alles wird gern von ihm akzeptiert und – gute Qualität voraus gesetzt – die Auswahl hat keinen maßgeblichen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden.

Auf ein schönes, langes Leben:

Beherzigt man die oben genannten Ratschläge, so hat man sich mit dem Schwarzen Phantomsalmler einen relativ langlebigen Pflegling ins Haus geholt: Bis zu 6 Jahre lang kann man sich dann an seiner Schönheit und seinem interessanten Sozialverhalten erfreuen!

Zeitlos schön: Der Glühlichtsalmler

Glühlichtsalmler im Schwarm

Bereits seit den frühen Dreißiger Jahren erfreut sich der Glühlichtsalmler  (wissenschaftlicher Name Hemigrammus erythrozonus, wobei seine Zugehörigkeit zur Gattung Hemigrammus unter Fachleuten umstritten ist) größter Beliebtheit unter Aquarianern, ohne dabei an Attraktivität eingebüßt zu haben.




Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt im nördlichen Südamerika, genauer gesagt in Guayana. Dort lebt er im Gebiet des Essequibo, dem mit rund Tausend Kilometern Länge größten Fluss dieser südamerikanischen Republik. Die Wassertemperatur beträgt dort meist zwischen 24°C und 28°C. Dort ernährt er sich hauptsächlich von kleinen Wirbellosen. 

Schmuckes Längsband:

Namensgebend und Alleinstellungsmerkmal in der Salmlerfamilie ist sein intensiv leuchtendes, orange – rotes Längsband seitlich am ca. 3 bis 4,5cm großen Körper. Dies zieht vom Kiemendeckel bis in den Schwanzansatz hinein. Der obere Teil seiner Iris ist intensiv rot gefärbt. Der restliche Teil seines Körpers ist elfenbeinfarben, die Flossen erscheinen teilweise transparent.

Auf gute Gesellschaft:

Im Gesellschaftsbecken lässt sich eine Gruppe von Glühlichtsalmlern sehr gut gemeinsam mit anderen ruhigeren, kleinen Fischen wie beispielsweise dem Roten Neon oder anderen Salmlerartigen (Characiformes) halten. Er hält sich im Aquarium eher in den mittleren bis unteren Wasserregionen auf und stellt somit eine bunte Belebung dieser Wasserschicht dar. Dunkler Bodengrund vermittelt ihm Sicherheit und lässt gleichzeitig seine Farbenpracht optimal zur Geltung kommen.

Dichte, feingliedrige Bepflanzung, die aber noch genug Freiraum für Bewegung lässt und eine Schwimmpflanzendecke (beispielsweise durch den schnellwüchsigen Kleinohrigen Schwimmfarn / Salvinia auriculata) tragen ebenfalls maßgeblich zu seinem Wohlbefinden bei.

Der pH-Wert sollte zwischen 6 und 7,8 liegen. Eine leichte Strömung wird empfohlen, in seiner natürlichen Umgebung bevorzugt er langsam fließende Gewässer. Oft wird in der Literatur angegeben, dass der Glühlichtsalmler bereits in einer Beckengröße von 60 Litern zu halten ist, diese Größe sollte jedoch wirklich die absolute Untergrenze darstellen und ist bei steigender Besatzdichte, etwa im Fall einer Vergesellschaftung mit anderen Fischarten, eindeutig zu klein.

Zu beachten ist außerdem, dass es sich beim Glühlichtsalmler bei aller salmlertypischen Geselligkeit um einen Individualisten handelt, der, sofern es die Platzverhältnisse zulassen, kleine Reviere bildet und diese auch gegen seine Artgenossen verteidigt. Ernsthafte Verletzungen bei diesen Revierkämpfen sind jedoch die absolute Seltenheit. Dominierende Tiere erschließen sich dabei bevorzugt dunklere und damit sicherere
Aquarien-Areale. Eine echte Schwarmbildung findet nur bei drohender Gefahr statt, sobald sich die Tiere wieder sicher fühlen, kehren sie in ihr Revier zurück.

Glühlichtsalmler im Aquarium

Beim Futter nicht wählerisch

Die Ernährung des attraktiven Allesfressers gestaltet sich als recht unkompliziert. Er akzeptiert handelsübliches Flockenfutter ebenso wie Lebendfutter (zum Beispiel Insektenlarven oder kleine Wasserflöhe) und Frostfutter (besonders Rote Mückenlarven wirken sich positiv auf die Ausprägung der Färbung aus).

Hierzulande im Aquaristik-Handel angebotene Glühlichtsalmler stellen in aller Regel keine Wildfänge dar sondern stammen aus Nachzuchten.

Das richtige Aquarium für Deine Fische

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Von Rotnasensalmlern und ihren Doppelgängern

Der Rotnasensalmler fühlt sich im Schwarm wohl

…ein  munterer Farbtupfer für Dein Aquarium!

Beim Rotnasensalmler (manchmal auch als Rotmaulsalmler bezeichnet) handelt es sich um einen etwas weniger populären Aquarienfisch aus der Ordnung der Salmlerartigen (Characiformes).




Da er und die hier vorgestellten nahen Verwandten jedoch unter Beachtung einiger gängiger Regeln recht pflegeleicht und außerdem ungemein hübsch sind, möchte ich ihnen an dieser Stelle die gebührende Aufmerksamkeit widmen. Aus meiner Sicht völlig zu Unrecht stehen sie im Schatten ihrer berühmten Artverwandten, wie dem Roten Neon oder dem Glühlichtsalmler, mit denen sie im Übrigen problemlos vergesellschaftet werden können.
Hemigramus rhodostomus, so der wissenschaftlicher Name des Rotnasensalmlers, stammt aus Südamerika, genauer gesagt kommt er in Brasilien sowie in Venezuela vor. Er lebt dort im Bereich des unteren Amazonas sowie im Río Caura, einem Nebenfluss des Orinoco, dem viertgrößten Fluss der Welt.

Der Rotnasensalmler fühlt sich im Schwarm wohl

Achtung, Verwechslungsgefahr!

Er kann leicht zu Verwechslungen mit dem Rotkopfsalmler (Petitella georgiae) und dem hier im Bild- und Videomaterial vorgestellten Bleher`s Rotkopfsalmler (Hemigrammus bleheri, benannt nach dem deutschen Ichthyologen Heiko Bleher) kommen. Diese bleiben jedoch mit 3,5 bis 4 Zentimetern Körperlänge etwas kleiner und haben in Südamerika ein anderes Verbreitungsgebiet. Die Ähnlichkeit zwischen ihnen ist so verblüffend, dass man bei diesen drei Vertretern der Art auf den ersten Blick auch von innerartlichen Varianzen ausgehen kann. Hauptkriterium für die Unterteilung ist die unterschiedliche Bezahnung.

Das für den Betrachter sicherste Identifikations- bzw. Unterscheidungs-Merkmal für den Rotnasen- oder Rotmaulsalmler sind die zwei dunklen Flecken oben und unten am Ansatz der Schwanzflosse.

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Bei Petitella georgiae ist dieser dunkle Fleck lediglich oben am Schwanzansatz ausgebildet!

Dem Bleher`s Rotkopfsalmler hingegen fehlt der dunkle Längsstreifen seitlich am Schwanzstiel.

Sogar im Aquaristik-Fachhandel trifft man gelegentlich auf falsche  Bezeichnungen der dort angebotenen Tiere! Als Faustregel gilt: In den allermeisten Fällen handelt es sich im Zoofachhandel um die Art Hemigrammus bleheri.

Vom Kopf bis zur Schwanzspitze ein Blickfang:

Allen Vertretern gemein ist ein schlanker, seitlich stark abgeflachter Körper erreicht eine Länge von bis zu 5 Zentimetern (Hemigrammus rhodostomus).

Die namensgebende, blutrote Färbung des Maules bzw. der Kopfregion dient gewissermaßen als Stimmungsbarometer: Bei Wohlbefinden intensiviert sich diese imposante Färbung, entsprechend sollte man sich bei Farbverlust schleunigst auf Ursachenforschung nach möglichen Stressfaktoren begeben und die Haltungsbedingungen entsprechend optimieren.

Der restliche Körper ist silbern glänzend– gräulich bis leicht olivfarben, seitlich ab Höhe der Rückenflosse tragen  Hemigrammus rhodostomus und Petitella georgiae ein zum Schwanz hin breiter werdendes, dunkles Längsband, welches Hemigrammus bleheri, wie bereits erwähnt, fehlt.

Die Schwanzflosse sticht ebenso wie die Kopfpartie ins Auge: Sie ähnelt mit ihrer schwarz – weiß (bis gelblichen) Bänderung einem Schachbrettmuster. Es wird vermutet, dass diese auffallende Musterung dem Schwarm als Orientierungshilfe bei plötzlichen Richtungsänderungen dient.

Die übrigen Flossen sind farblos mit einer weißen Spitze.

Wie in der Welt der Salmler häufig zu beobachten, sind die weiblichen Tiere auch hier etwas fülliger als ihre männlichen Artgenossen.

So fühlt sich der Rotnasensalmler wohl

Obwohl der Rotnasensalmler, ebenso wie seine beiden Artverwandten, wie bereits erwähnt, ein eher genügsamer Aquarienbewohner ist, sollte auch hier bei der Haltung eine Beckengröße von 100 Litern nicht unterschritten werden. Eine angemessene Gruppengröße (als typische Schwarmfische sollten mindestens 10 Tiere in einer Gruppe gehalten werden) und das stark ausgeprägte Schwimmverhalten (im vorliegenden Video einer Gruppe Bleher`s Rotkopfsalmler kannst Du prima sehen, wie diese schönen Tiere lebhaft durcheinander schwimmen!) können so ausreichend berücksichtigt werden.

Ein dunkler Bodengrund und eine dichte Randbepflanzung tragen maßgeblich zum Wohlbefinden des Rotnasensalmlers und seiner beiden Verwandten bei. Auch Wurzeln werden gern als Rückzugsort genutzt.

Der pH-Wert sollte im sauren (6) bis schwach alkalischen Bereich (7,3) liegen. sie halten sich bevorzugt im mittleren Bereich des Wassers auf, dieses sollte eine Temperatur zwischen 23°C und 26°C aufweisen. Alle drei Fischarten sind Allesfresser.

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So ähnlich, und dennoch nicht beliebig austauschbar:

Die sichere Unterscheidung ist weniger für die artgemäße Pflege der Tiere von Bedeutung, da die Ansprüche bei allen dreien identisch sind, sondern gewinnt vielmehr bei einem etwaigen Zuchtvorhaben an Relevanz, da die Arten untereinander nicht zur Fortpflanzung befähigt sind. Bei ausbleibendem Nachwuchs sollte man daher neben den Haltungsbedingungen auch sorgfältig prüfen, ob man beim Kauf der Fische eventuell einer ungenauen Angabe aufgesessen ist.

Der Blutsalmler – Temperament und Farbenpracht

Blutsalmler im Aquarium

Wo komme ich eigentlich her?

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Blutsalmlers (Hyphessobrycon eques) erstreckt sich im Amazonasbecken von Argentinien über Paraguay, Brasilien und Bolivien. Als Neozoon, also als eine vom Menschen bewusst oder unabsichtlich künstlich in ein Ökosystem eingeführte Art, kommt er außerdem in Französisch Guayana vor.



Blutrünstiger Blutsalmler?

Im Gegensatz zu den meisten anderen Salmlerartigen (Characiformes) kommt es beim Blutsalmler vor allem bei Überbesatz und Futterneid vermehrt zu innerartlichen Aggressionen. Dabei können Artgenossen „angeknabbert“ werden und Auseinandersetzungen „bis auf`s Blut“ mit schwereren Verletzungen und auch Todesfällen sind durchaus möglich. Dennoch handelt es sich um gesellige Fische, die auf jeden Fall in Gruppen ab 10 Tieren gehalten werden müssen. Die Haltung in kleineren Gruppen ist tierschutzwidrig, da der Schwarm unter anderem dem Sicherheitsgefühl dient. Lediglich ihrer etwas größeren Individualdistanz und der Tendenz der männlichen Tiere zur Revierbildung (weibliche Tiere sollten aus diesem Grund in der Überzahl sein) muss bei der Auswahl der Beckengröße Rechnung getragen werden, wählt man eine Unterkunft ab 500 Litern, dann gestaltet sich die Haltung und auch die Vergesellschaftung mit anderen Fischen im Allgemeinen als salmlertypisch unproblematisch. Lange Körperanhänge, wie beispielsweise Skalare und Guppys sie aufweisen, laden tendenziell zum Anbeißen an, daher sollte im Zweifelsfall auf solche Fische bei der Haltung des Blutsalmlers im Gesellschaftsbecken verzichtet werden.

Oft sind innerhalb eines Schwarms auch nur vereinzelte „Problemfische“ zu beobachten, die ihre Mitbewohner zum Fressen gern haben.

Auf eine abwechslungsreiche, mengenmäßig ausreichende Fütterung sollte ebenfalls unter Beachtung der Erhaltung einer guten Wasserqualität geachtet werden, damit nicht der Kannibale im Fisch erwacht. Wöchentliche Teilwasserwechsel von 25% und eine starke Filteranlage sind essenziell wichtig zur Haltung des Blutsalmlers. Er ist ein Allesfresser, der sowohl Trockenfutter als auch Lebendfutter wie zum Beispiel kleine Mückenlarven oder Wasserflöhe gern annimmt. Auch  pflanzliche kost wie klein geschnittener Kopfsalat kann gelegentlich angeboten werden, dieser sollte allerdings vor der Verfütterung mit heißem Wasser abgebrüht worden sein.

Blutsalmler aus der Gattung der Salmlerartigen

Optisch äußerst ansprechender Aquarienbewohner

Nicht nur im Hinblick auf sein geselliges Sozialverhalten, sondern auch optisch kann der hübsche Fisch vom geschulten Auge leicht den Salmlerartigen zugeordnet werden. Sein gestreckter, seitlich stark abgeflachter Körper erreicht eine Länge von ca. 4cm, weibliche Tiere weisen meist einen etwas höheren Rücken und eine etwas blassere Färbung auf, weitere auffällige optische Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es nicht.

Namensgebend ist seine intensiv rötlich-orange bis tief purpurrote Färbung. Diese betrifft den gesamten Körper des Blutsalmlers einschließlich weiter Teile seiner Flossen. Seine Rückenflosse ist allerdings schwarz mit weißer Basis und Spitze gefärbt. Die Afterflosse ist blutrot. Der typische schwarze, sichelförmige Schulterfleck, der manchmal auch nur einem vertikalen Strich ähnelt, kann bei adulten Tieren bis zur Unkenntlichkeit verblasst sein.

Wie wohnt der Blutsalmler?

Seine geduldete Temperaturspanne und seine Toleranz gegenüber sich ändernden Wasserparametern sind bemerkenswert. Man trifft ihn in seiner südamerikanischen Heimat sowohl in tropischen Gewässern von um die 30°C als auch in Regionen (Argentinien im Winter ist alles andere als tropisch) mit Wassertemperaturen von weit unter 10°C, man kann jedoch davon ausgehen, dass Temperaturen unter 20°C dem Wohlbefinden nicht zuträglich sind. Der pH-Wert in seinem Habitat beträgt meist saure (um 5,5) bis leicht alkalische (7,5) Werte.

Dunkler Bodengrund und eine dichte Aquarien-Bepflanzung bieten Schutz, schwächere Tiere können im Pflanzendickicht Zuflucht vor potenziell aggressiven Artgenossen finden. Jedoch muss dem lebhaften Schwimmer genügend Raum für körperliche Betätigung eingeräumt werden. Er hält sich hierfür bevorzugt in mittlerer Wasserhöhe auf. Die Wasserhärte sollte im mittleren Bereich liegen, hegt man Zuchtabsichten, wird, wie bei südamerikanischen Salmlern üblich, weiches und saures Wasser benötigt.

Ist der Fisch gesund, freut sich der Aquarianer!

Hervorstehende Augen, Vermehrung des Bauchumfanges, plötzlicher Farbverlust, unkoordinierte Schwimmbewegungen, weißliche Beläge am Körper oder auffällige Atmung können Warnhinweise auf ernsthafte Erkrankungen sein, es sollte umgehend ein fischkundiger Tierarzt hinzugezogen werden.

In menschlicher Obhut erreicht der prächtige Blutsalmler unter optimalen Haltungsbedingungen ein Alter von bis zu 6 Jahren.

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Beilbauchsalmler – Der Überflieger aus Südamerika

Der Beilbauchsalmler lebt am oberen Rand

Etwas trockene Taxonomie zu Beginn, bevor wir uns den feuchtfröhlichen Fakten rund um einen spannenden und optisch sehr außergewöhnlichen Fisch zuwenden: Wie es sich für ein waschechtes Mitglied der Ordnung Salmlerartige (Characiformes) gehört, sind einige der zur Zeit insgesamt 9 beschriebenen Arten aus der Familie der Beilbauchsalmler überaus beliebte und populäre Aquarienpfleglinge.




Es wird vermutet, dass sich in den Gewässern des südamerikanischen Kontinents ( mit Ausnahme von Chile kommt er dort überall und außerdem im  mittelamerikanischen Panama vor) bislang noch unentdeckte Arten tummeln.

Nomen est omen

Wie der Beilbauchsalmler zu seinem deutschen Trivialnamen kam, wird schnell offensichtlich, wirft man einen Blick auf seine eigenwilligen Proportionen: Sein durchschnittlich 3-8cm Länge messender, seitlich stark abgeflachter Körper ähnelt am Bauch der bogenförmigen Schnittfläche eines Beiles, die Rückenlinie dagegen ist annähernd gerade.

Sein oberständiges Maul (dies bedeutet, dass der Unterkiefer länger ausgebildet ist als der Oberkiefer) lässt erahnen, dass er sich bevorzugt an der Wasseroberfläche aufhält. Dort ernährt er sich von ins Wasser gefallenen Insekten sowie deren Larven. Auch in menschlicher Obhut wird Lebendfutter Flockennahrung vorgezogen. Futterbestandteile, die absinken, werden vom Beilbauchsalmler nur in den oberen Wasserschichten verfolgt.

Entsprechend seinem bevorzugten Aufenthaltsort sollte die Wasseroberfläche mit einigen Schwimmpflanzen bestückt werden, in denen die Tiere Schutz finden.

Bis auf die Tatsache, dass das Weibchen in der Aufsicht ein wenig fülliger erscheint, weisen Beilbauchsalmler keinen auffallenden Geschlechtsdimorphismus auf, das bedeutet, männliche und weibliche Individuen sehen annähernd gleich aus.

Die hier gezeigten Bilder und Videos präsentieren den Silberbeilbauch-Salmler (Gasteropelecus sternicla). Dieser gehört zusammen mit dem Marmorierten Beilbauchsalmler und dem Gabelbeilbauchsalmler zu den am häufigsten im Aquaristik-Fachhandel angebotenen Vertretern.

Dieser hübsche Fisch, manchmal auch einfach kurz und prägnant Silberbeilbauch genannt, besitzt seitlich eine schwarze, schmale Längsbinde, welche von der Schulterpartie bis zur Schwanzwurzel verläuft. Sein Farbspektrum variiert von silbern – gräulich bis hin zu hell gelblich. Seine Flossen sind leicht transparent und nicht gefärbt, lediglich seine Rückenflosse kann ein dunkles Areal im vorderen Bereich aufweisen. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Brasilien bis in den nordöstlichen Teil Südamerikas, genauer gesagt bis nach Guyana und Surinam. Er kann eine Körperlänge von bis zu 6,5cm erreichen und wird damit etwas größer als die meisten anderen oft im Aquarium gehaltenen Beilbauchsalmler.

Der Beilbauchsalmler unter Strom:

Für den Beilbauchsalmler darf das Wasser eine gewisse Fließgeschwindigkeit vorweisen, denn die Tiere genießen es, an der Wasseroberfläche in der Strömung zu „stehen“

Sein Temperaturoptimum liegt bei etwa 24°C bis 28°C, das Wasser sollte eher weich sein und im schwach sauren Bereich der pH-Skala, also in etwa bei 6 liegen. Obwohl Beilbauchsalmler in puncto Wasserwerte einigermaßen anpassungsfähig sind, kommt dies den Bedingungen in ihrer ursprünglichen Heimat am nächsten.

Die Beilbauchsalmler leben im Rudel

Hoch hinaus:

Beilbauchsalmler sind exzellente Springer, ihre Aquarien müssen entsprechend gut abgedeckt werden. Selbst kleinste Schlupflöcher nutzt der flinke Fisch für unerwünschte „Ausflüge“, dabei ist er theoretisch in der Lage, über Distanzen von mehreren Metern (!) über die Wasseroberfläche segeln. Diese Besonderheit stellt in der Natur vermutlich ein Fluchtverhalten dar, etwa bei Bedrohung durch Fressfeinde.

Es empfiehlt sich aus diesem Grund auch, das Aquarienwasser um ca. ein Drittel abzusenken, damit bei Bedarf wenigstens kleinere Sprünge ermöglicht werden.  

Geselligkeit wird bei ihm groß geschrieben: Getreu dem Salmler-Motto „Gemeinsam sind wir stark“ sollte eine Gruppengröße 10 Individuen keinesfalls unterschreiten, da dies eine hohe Stressbelastung, verbunden mit höherer Krankheitsanfälligkeit, für die Tiere bedeutet.

Vergesellschaftet werden kann der friedliche Beilbauchsalmler beispielsweise mit Fischen, die  mittlere (wie der Rote Neon und viele andere Salmlerarten) oder untere (wie zum Beispiel Panzerwelse) Wasserschichten des Aquariums bewohnen.

Bei optimalen Haltungsbedingungen kann der lebhafte Fisch bis zu 5 Jahre alt werden.

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Roter Neon – Eine schillernde Persönlichkeit

Roter Neon im Aquarium

Der Rote Neon ist ein äußerst beliebter Süßwasserzierfisch aus der Ordnung der Salmlerartigen.

Jeder kennt ihn…aber wo kommt er eigentlich her?

In freier Natur kann man den bunten Exportschlager in Südamerika bewundern, genauer gesagt im Orinoco (dies ist der viertgrößte Fluss der Welt und der zweitgrößte Südamerikas) und im Rio Negro (der zweitgrößte Nebenfluss der Welt).   Soweit der geographische Exkurs.
Bei einer Vielzahl der im Aquarium gehaltenen Roten Neons handelt es sich tatsächlich um Wildfänge aus eben diesen Flüssen, aber auch Nachzuchten werden gehandelt.




In seiner Heimat hält er sich bevorzugt an schattigen Standorten auf, entsprechend sollte das Aquarium dicht bepflanzt und nicht zu kräftig beleuchtet sein. In dieser Umgebung kommen auch die herrlich irisierend blaue und die intensiv rote Längsbinde seitlich an seinem Körper voll zur Geltung.

Das kleine (seine maximale Körperlänge beträgt 5cm) Farbwunder sollte im Gesellschaftsbecken nur mit friedlichen Fischen zusammen gehalten werden, aber auch ein reines Artenbecken wird das Herz jedes Aquarianers höher schlagen lassen.

Für welche Variante man sich auch entscheidet:

Die Gruppengröße darf aufgrund des sehr ausgeprägten Schwarmverhaltens 10 Individuen keinesfalls unterschreiten.

Einen  auffälligen Geschlechtsdimorphismus (also einen deutlichen Unterschied im Erscheinungsbild zwischen männlichen und weiblichen Individuen) kann man nicht beobachten, meist sind die Weibchen jedoch etwas kräftiger gebaut.

Bevorzugte Wasserparameter und Nahrungsspektrum:

Sein Temperaturoptimum liegt bei 23° – 28°C. Mit einem pH zwischen 5 und 7,5 und einer Gesamthärte von 10 – 15 dH liegt man ebenfalls gut, bei zu hartem Wasser drohen gesundheitliche Probleme.

Der kleine Salmler ist ein Allesfresser, feines Flockenfutter / Frost- und Lebendfutter wie beispielsweise Mückenlarven nimmt er sehr gern an.

Auf gute Nachbarschaft:

Der Rote Neon bewohnt im Aquarium den mittleren und unteren Bereich des Wassers, eine Schwimmpflanzendecke sowie dunkler Bodengrund tragen entscheidend zum Wohlbefinden bei.

Die Vergesellschaftung mit Fischen, die andere Wasserschichten bewohnen, bietet sich an. In Frage hierfür beispielsweise bodenbewohnende Panzerwelse  an oder auch Beilbauchsalmler, die vorzugsweise in Oberflächennähe hausen.

So klappt`s mit dem Nachwuchs:

Die Nachzucht dieses schillernden Fisches ist ziemlich anspruchsvoll.

Er benötigt hierfür sehr saures, weiches Wasser.

In einem abgedunkelten (ein Roter Neon ist ein Dämmerungslaicher) müssen feingliedrige Pflanzen (er ist außerdem ein Freilaicher, dies sind Fische, die ihre Gameten, also Keimzellen zur Befruchtung in das freie Wasser oder auch in Pflanzen abgeben und keine Brutpflege betreiben) zur Eiablage zur Verfügung gestellt werden.

Roter Neon aus der Gruppe der salmartigen Fische

Auch Fische müssen mal zum Arzt…

Mögliche Krankheitsanzeichen sind – wie bei den meisten anderen Fischen auch – weißliche Beläge auf der Körperoberfläche, abstehende Kiemendeckel, pumpende Atmung, ausgefranste Flossen, Wirbelsäulenverkrümmung oder Bauchwassersucht. Einige dieser Symptome können hinweisend sein auf die sogenannte Neonkrankheit. Aber auch Abmagerung, Absonderung vom Schwarm, ungewohnte Bewegungsabläufe oder Verlust der Farbintensität sind Alarmsignale. Vor allem parasitäre Erkrankungen kann man, bei rechtzeitigem Eingreifen unter Zuhilfenahme eines fachkundigen Tierarztes, oftmals erstaunlich gut in den Griff bekommen.

Natürlich gilt wie immer auch hier: Vorsorge durch Optimierung der Haltungsbedingungen ist und bleibt die beste Medizin.

Das perfekte Fische für Rote Neons

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Der Funkensalmler – Feurige Farbenpracht

Der Funkensalmler im Aquarium

Dieser hübsche Zierfisch gehört, wie viele andere beliebte Aquarienbewohner (z.B. Roter Neon und Neonsalmler) innerhalb der Ordnung der Salmlerartigen (der unter anderem auch der Piranha angehört) zur Familie der „Echten Salmler“.

Es handelt sich um einen klein bleibenden Süßwasserzierfisch, der verschiedene Synonyme besitzt, wie beispielsweise Feuertetra, Erdbeersalmler oder Feuersalmler.

Der Funkensalmler ist ein typischer Schwarmfisch, was bedeutet, dass erst eine Gruppengröße ab wenigstens 10 Individuen als artgemäß anzusehen ist, wobei die Weibchen zur Stressvermeidung quantitativ die Oberhand haben sollten (siehe auch Guppy).

Allgemeines zum Funkensalmler

Sein natürliches Habitat ist das Araguaia-Flussbecken im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso.




Der orange-rötlich leuchtende Körper mit der durchschimmernden Wirbelsäule erreicht eine Länge von 1,5 bis 2cm, maximal 3cm, wobei die männlichen Tiere kleiner und etwas schlanker bleiben, dafür aber meist ein wenig farbintensiver sind.

Hyphessobrycon bzw. Hemigrammus amandae, so sein wissenschaftlicher Name, eignet sich zur Haltung in Aquarien ab 60 Liter Fassungsvermögen und bietet einen herrlichen Farbkontrast zum Grün der Aquarienpflanzen.

Das natürliche Umfeld des Funkensalmlers

Er benötigt dichte, schattige Bepflanzung (beispielsweise durch großblättrige Schwimmpflanzen) mit dunklem Bodengrund, um sich sicher zu fühlen und genügend Rückzugsmöglichkeiten zu finden. Vorzugsweise hält er sich in mittlerer Höhe des Beckens auf.

Bei Temperaturen von 26°C + / – 2° liegt sein Temperaturoptimum, bei einem pH von ca. 6 fühlt er sich wohl wie ein Fisch im Wasser. Die Gesamthärte sollte 15° keinesfalls überschreiten, besser sind 2°bis 8°. Seine durchschnittliche Lebenserwartung beträgt ca. 2-3 Jahre.

Der Funkensalmler im Aquarium

Der Funkensalmler und seine Freunde

Da es sich um einen äußerst friedfertigen Allesfresser handelt (Aggressionsverhalten beobachtet man höchstens von männlichen Tieren während der Fortpflanzungszeit, in der sie ihr Revier verteidigen und jeder sich selbst der Nächste ist), sollte man im Gesellschaftsbecken im Sinne der friedlichen Nachbarschaft auf Mitbewohner mit vergleichbar pazifistischer Grundhaltung achten. Kampffische oder Skalare sind zu diesem Zwecke sicher eher ungeeignet.

Kleine Panzerwelse und Harnischwelse, aber auch Zwerggarnelen kommen als Gefährten in Frage. Grundsätzlich ist auch die Vergesellschaftung mit anderen Salmler-Arten möglich, hierbei sollte jedoch die Besatzdichte (Schwarmfische!) unbedingt beachtet und keinesfalls überstrapaziert werden.

Zu Tisch beim Funkensalmler

Der Funkensalmler bevorzugt Lebendfutter, man kann ihm beispielsweise Daphnien, Artemia oder Cyclops anbieten, aber auch zerriebene Flocken sowie Frostfutter werden akzeptiert. Die Wahl des Futters  hat auch eine gewisse Auswirkung auf die Farbintensität, das selbe trifft auf bestimmte Wasserparameter zu (torfgefiltertes, weiches, saures Wasser ist für eine kräftige Färbung optimal). In seiner Heimat ernährt er sich hauptsächlich von kleinen Würmchen, Insekten und Zooplankton.

Die Fortpflanzung

Über sein Fortpflanzungsverhalten in der Natur ist wenig bekannt. Fest steht allerdings, dass die Nachzucht etwas für Fortgeschrittene ist.

Die Eiablage im Aquarium erfolgt bevorzugt in dichten, feingliedrigen Pflanzen (es eignet sich hierzu beispielsweise Javamoos). Gute Ablaichbedingungen bestehen bei einer Wassertemperatur von 27°C und einem pH von 5,5. Die adulten Tiere sind nach dem Ablaichen  von der Brut zu separieren, da es sich um Laichräuber handelt, die den Eiern nachstellen.

Geeignetes Futter für die Nachzucht in den ersten Wochen ist feinstes Lebendfutter wie Rädertierchen oder Pantoffeltierchen.  Nach wenigen Tagen können bereits Artemianauplien verzehrt werden.

Noch mehr wissenswertes über Salmler

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Mythos Menschenfresser – Der Rote Piranha

Der rote Piranha im Aquarium

Mythos Menschenfresser:
Der Rote Piranha

Dem Piranha haftet ein denkbar schlechtes Image an. Durch Horrorfilme zur blutrünstigen Bestie diffamiert (ein trauriges Schicksal, das er mit dem wohl berühmt-berüchtigsten Raubfisch, dem Weißen Hai, teilt), wird meist außer Acht gelassen, dass es sich bei diesen Tieren sozusagen um die „Gesundheitspolizei Südamerikas“ handelt, da sie die Gewässer  von verletzten und kranken Tieren sowie von Tierkadavern reinigen und somit maßgeblich mit verhindern, dass sich Krankheiten ausbreiten können.

Da es am Amazonas regelmäßig zu Hochwasser, verbunden mit massenhaftem Ertrinken von Haus- und Wildtieren, kommt, würden sich ohne den Aas fressenden Piranha Seuchen in Windeseile ausbreiten.

Kaum einem dürfte bekannt sein, dass es auch Piranha-Arten gibt, die sich von Früchten ernähren.

Im folgenden Text konzentriere ich mich im Wesentlichen auf den roten Piranha, da dies die Art ist, welche man am häufigsten in menschlicher Obhut antrifft.




Unter den verschiedenen Piranha-Arten ist der Rote Piranha, nach seinem Entdecker, dem österreichischen Naturforscher Johann Natterer, auch Natterer`s Sägesalmler genannt, sowohl in der Natur als auch in der Aquaristik der am weitesten Verbreitete. Er dient in seiner Heimat Südamerika  unter anderem auch als Speisefisch und als Jagdobjekt für sogenannte „Sportfischer“.

Der rote Piranha verdankt seinen Namen der Färbung seiner Bauchseite (übrigens ebenfalls vergleichbar mit dem Weißen Hai), jedoch treten, bedingt durch die weitläufige Verbreitung, viele verschiedene Farbvarianten, Lokalvarietäten und Unterarten auf.

Der Aktionsradius der räuberisch lebenden Schwarmfische erstreckt sich über große Teile der südamerikanischen Süßgewässer.

Es existieren auch Populationen in Teilen der USA, diese Tiere stammen jedoch ursprünglich aus Aquarienhaltung.

Der rote Piranha besitzt einen seitlich abgeplatteten Körper und einen relativ hohen Rücken, letzteres Merkmal wird mit zunehmendem Alter immer ausgeprägter.

Die Lebenserwartung in menschlicher Obhut beträgt bei guter Pflege bis zu 30 Jahre und älter.

Er kann eine Körperlänge von ca. 30cm erreichen, wobei die weiblichen Tiere meist größer werden.

Der rote Piranha besitzt als optische Auffälligkeit über den gesamten Körper verteilt wunderschön metallisch glitzernde Schuppen, die Intensität des Glitzerns nimmt während der Paarungszeit noch zu. Die Körperunterseite ist, wie bereits oben erwähnt, rot gefärbt, bei Jungtieren ist auch die Afterflosse rot.

Überraschenderweise ernährt sich der rote Piranha nicht ausschließlich karnivor, sondern nimmt teilweise auch pflanzliche Nahrung auf, andere Fische, Aas, Insekten, Krebstiere und Mollusken stehen ebenfalls auf seiner Speisekarte.

Während Jungtiere überwiegend bei Tag auf die Jagd gehen, sind die älteren Exemplare eher dämmerungsaktiv.

Piranha-Gruppen sind hierarchisch strukturiert.

In freier Natur formiert sich der rote Piranha üblicherweise in Schwärmen von 20 bis 30 Individuen.

Als typische Lauerjäger warten sie im Schutz der Pflanzen auf potentielle Beute und greifen diese als Gruppe von hinten und/oder unten an, wobei häufig zunächst ein Piranha den Angriff mit einer plötzlichen Vorwärtsbewegung initiiert und weitere Schwarm-Mitglieder folgen.

Auch Verfolgungsjagden im offenen Wasser gehören zu den Beutefang-Techniken des Piranhas, diesen geht aber ebenfalls die Lauerstellung im Pflanzen-Versteck voraus. 

Der Schwarm dient jedoch nicht ausschließlich der Optimierung des Jagderfolges, sondern bietet dem Einzeltier in erster Linie Schutz, beispielsweise vor Fressfeinden, zu denen unter Anderem Flussdelfine und Kaimane gehören.

Die Isolation von der Gruppe bedeutet für einen Piranha enormen Stress, ein Faktor, den man auch bei der Piranha-Haltung im Aquarium beachten muss.

Interessanterweise halten sich die älteren Tiere tendenziell im Innern des Schwarms auf, was ihre Überlebenschancen im Fall eines Angriffs anderer Beutegreifer beträchtlich erhöht.

Piranha-Schwärme können in einen regelrechten Fressrausch verfallen und sich dabei auch gegenseitig verletzen, eine Tatsache, die erheblich zu ihrem brutalen Image beigetragen hat.

Der rote Piranha und sein Gebiss

Verkleinert sich in Trockenzeiten ihr Habitat, führt dies zu einer deutlichen Aggressivitäts-Steigerung.

Bedingt durch dieses Aggressionspotential und die Schwarmbildung kann der Piranha theoretisch eine Gefahr für den Menschen darstellen. Allerdings ist belegt, dass die absolute Mehrzahl der menschlichen Leichen, an denen Bisswunden von Piranhas festgestellt wurden, bereits vor dem Zusammentreffen tot waren, womit einmal mehr seine Funktion als „Gesundheitspolizist“ untermauert wird. Angriffe sind extrem unwahrscheinlich, Baden in Gewässern, in denen nachweislich Piranhas leben, gehören in Südamerika zur Tagesordnung.

Wenn man mit dem Gedanken spielt, den Roten Piranha als Heimtier zu pflegen, sollte man einige Dinge im Vorfeld beachten.

Zunächst muss nochmals betont werden, dass dieser Fisch mit bis zu 30 Jahren und mehr eine beachtliche Lebenserwartung besitzt.

Da Einzelhaltung dieses Schwarmfisches aus Tierschutzgründen strikt abgelehnt werden muss, ist die Entscheidung zur Piranha-Haltung quasi eine Entscheidung auf Lebenszeit.

Die Beckengröße spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Hier gilt: Je größer, desto besser! Die Haltungsempfehlungen belaufen sich meist auf mindestens 600l für 5 Fische, ich halte dies jedoch für die absolute Untergrenze. Selbstverständlich muss wie immer sorgfältig geprüft werden, ob dieses Wasservolumen mit der Statik des Aquarien-Standorts kompatibel ist.

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Anders als bei der „herkömmlichen“ Aquarienbepflanzung, bei der aus optischen Gründen die höheren Pflanzen im Hintergrund und die niedrigeren Pflanzen im Vordergrund angeordnet sind, sollte ein Piranha-Aquarium über die gesamte Bodenfläche verteilt großzügige Versteckmöglichkeiten in Form von hoch wachsenden Pflanzen mit Schwimmraum ringsherum bieten.

Füttern kann man so ziemlich alles, was das Meeresfrüchte-Sortiment des Supermarktes hergibt. Bitte das Auftauen nicht vergessen! Als schnell fressende Fische können bei Fütterung tiefgekühlter Ware Magen-Darm-Probleme die Folge sein. Auf Lebendfütterung kann komplett verzichtet werden.

Es dürfte den ein oder anderen überraschen, dass Piranhas durchaus neugierige Pfleglinge sind, die bei intensivem Kontakt sogar eine Art Zutraulichkeit zu ihrer Bezugsperson entwickeln können.